Zum VZGV-Gutachten

4.2.2016: Die BVK vermeldet: „Vom VZGV in Auftrag gegebener Expertenbericht unterstützt Anpassung der Grundlagen„.

Wir halten fest: Die Studie von Dipeka AG zu Handen des VZGV (Verein der Zürcher Gemeindeschreiber und Verwaltungsfachleute) legt unter Punkt 3.2.2, S. 12, den Finger auf den wunden Punkt: Sie geht davon aus, dass es die BVK mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne zusätzliche proaktive Sanierungsmassnahmen nicht in nützlicher Frist (sieben Jahre) aus der Unterdeckung schaffen wird.

Vielleicht verweisen Arbeitgeber auf die PK CS. Dazu ist zu sagen: Die CS-Pensionskasse senkt ihren technischen Zins wie die BVK auch auf 2%. Von den Bedingungen, wie sie die PK CS ab 2017 bietet, können BVK-Versicherte aber nur träumen: Bei der CS zahlen die Versicherten auch in Zukunft weniger in die Pensionskasse als bei der BVK. Hingegen zahlt die CS als Arbeitgeberin deutlich mehr als die Arbeitgeber bei der BVK – und daraus resultiert eine Rente, die für CS-Mitarbeitende 16% höher ist als eine BVK-Rente (Beispiel Jahrgang 1996). Darüber hinaus ist der Koordinationsabzug bei der CS sozialer abgestuft.

Mit neuen Sondervollmachten im Vorsorgereglement wird die BVK auch für Arbeitgeber unberechenbar (siehe dazu Art. 93, S. 34). Statt der versprochenen Entlastung können jederzeit neue Belastungen nicht nur auf die Versicherten, sondern auch auf die Arbeitgeber zukommen. Wie lange schauen die Arbeitgeber diesem selbstherrlichen Vorgehen des BVK-Stiftungsrates noch zu? Die Arbeitgeber sollen insbesondere vom BVK-Stiftungsrat verlangen:

  • Der heute gültige Sanierungsmechanismus ist beizubehalten! Mit ihm würde die BVK nach unseren Berechnungen in ca. 4 Jahren endlich aus der Unterdeckung finden.
  • Der Stiftungsrat muss seiner gesetzlichen Pflicht (Art. 65c 2 BVG) nachkommen und BVK-Versicherten sowie Arbeitgebern sofort klaren Wein einschenken, wie er die BVK aus der Unterdeckung herausführen will und in welchen Fristen.
  • Der Stiftungsrat soll mittels Synopse transparent machen, was er im neuen Vorsorgereglement gegenüber dem gültigen Reglement geändert hat – mit entsprechenden Erläuterungen.
  • Der Stiftungsrat ist aufzufordern, sein selbstherrliches Verhalten abzulegen und endlich sozialpartnerschaftliche Gepflogenheiten zu praktizieren – wie das bei anderen Pensionskassen eine selbstverständliche Praxis ist.
  • Der Stiftungsrat soll einen Plan B ausarbeiten mit weniger einschneidenden Massnahmen.